ZBB 2002, 385
Die Berücksichtigung des operationellen Risikos in der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung: Stand und Beurteilung
Das Versagen von Computersystemen, die Zerstörung von Bürogebäuden durch Anschläge oder der von einem Mitarbeiter verursachte Zusammenbruch der Barings-Bank sind Varianten des operationellen Risikos. Dieser Beitrag untersucht, ob die im Rahmen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung geplante Eigenkapitalunterlegung des operationellen Risikos den Banken Anreize gibt, ihre Anfälligkeit gegenüber dieser Risikokategorie zu verringern. Dabei wird gezeigt, dass die Vorschläge des Basler Ausschusses diesbezüglich keine entscheidende Verbesserung darstellen. Insbesondere wird hinterfragt, ob Kapitalanforderungen dazu geeignet sind, die Insolvenzgefahr zu verringern, die von Risikoereignissen mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber katastrophaler Schadenshöhe ausgeht.
Inhaltsübersicht
- I. Einführung und Fragestellung
- II. Definition des operationellen Risikos
- III. Die Ansätze zur Bestimmung des operationellen Risikos
- 1. Der Basisindikatoransatz
- 2. Der Standardansatz
- 3. Fortgeschrittene Bemessungsansätze
- IV. Die Behandlung des operationellen Risikos im Rahmen der zweiten und dritten Säule
- 1. Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
- 2. Marktdisziplin
- V. Versicherung als Alternative zur Eigenkapitalunterlegung
- VI. Fazit
- *
- *)Dipl.-Volkswirt, Graduiertenkolleg an der Universität Tübingen
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