ZBB 2026, 37

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln 2199-1715 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2026 AufsätzeAlexander Sajnovits*

ESG-Risikomanagement bei Banken

CRD VI und die weitere Hinwendung zu granularen Vorgaben für das Risikomanagement

Die unionsrechtliche ESG-Agenda hat sich von einem expansiven „Megatrend“ zu einem zunehmend konsolidierten und in weiten Teilen sogar wieder im Rückbau befindlichen Regelungskomplex entwickelt. Im Bankaufsichtsrecht verfolgte aber auch schon die mit dem Bankenpaket 2024 eingeleitete CRR III/CRD VI-Reform selbst mit Blick auf ESG-Integration einen im Kern risikobasierten Ansatz. Der Beitrag zeigt, wie die Reform ESG-Faktoren systematisch in die Architektur der mikroprudenziellen Aufsicht einordnet: als Treiber traditioneller Risikoarten innerhalb des Konzepts „aller wesentlichen Risiken“ und unter einer konsequenten Outside-in-Perspektive. Sodann werden CRD VI und die darauf aufbauenden EBA-Leitlinien als Katalysatoren einer granularen Ausgestaltung des ESG-Risikomanagementzyklus analysiert – von Wesentlichkeitsbeurteilung und Methodik über Strategie- und Risikoappetit-Integration bis hin zur Einbindung in ICAAP/ILAAP sowie zu eigenständigen ESG-Risikoplänen mit quantifizierbaren Zielen. Abschließend entwickelt der Beitrag eine risikomanagementorientierte Lesart der Reform und arbeitet verbleibende Spannungen heraus: die Grenzlinie zwischen prudenziellem Risikoverständnis und politischer Lenkungslogik, Proportionalitätsfragen und das Risiko eines dokumentationsgetriebenen Formalismus sowie die Erosion prinzipienbasierter Aufsicht durch „Regulierung via Erwartungen“ im SREP.

Inhaltsübersicht

  • I. ESG als ausklingender „Megatrend“ im Unionsrecht
  • II. ESG im Bankaufsichtsrecht
    • 1. Bankaufsichtsrechtliche Grundlagen und ESG-Integration
    • 2. ESG und bankaufsichtsrechtliche Regulierungsziele
  • III. ESG-Risikomanagement
    • 1. Regulatorische Grundlagen des Risikomanagements
    • 2. Konzeptionelles zur ESG-Integration: SREP-Erwartungen als Blaupausen für das Risikomanagement
    • 3. Neuerungen durch CRD VI und EBA-Leitlinien
      • 3.1 Konzeptioneller Ausgangspunkt prinzipiengeleiteter Risikomanagementvorgaben (Art. 76 Abs. 1, Art. 73, 74)
        • 3.1.1 Begriffsbestimmungen
        • 3.1.2 Finanzielle Wesentlichkeit
      • 3.2 Granulare Ausgestaltungsvorgaben zum ESG-Risikomanagement in den EBA-Leitlinien
        • 3.2.1 Identifikation: Risikoinventur und Wesentlichkeitsbeurteilung
        • 3.2.2 Messung und Bewertung
        • 3.2.3 Steuerung I: Integration in Strategie, Geschäftsmodell und Risikoappetit
        • 3.2.4 Steuerung II: Risikominderungsinstrumente im Kredit- und Anlagegeschäft
        • 3.2.5 Überwachung, Eskalation, Reporting
        • 3.2.6 Einbindung in ICAAP/ILAAP und Kapital-/Liquiditätsplanung
      • 3.3 ESG-Risikopläne
  • ZBB 2026, 38
  • IV. Eine risikomanagementorientierte Lesart und verbleibende Spannungen
    • 1. Mikroprudenzielle Logik vs. umfassendere politische Ziele
    • 2. Proportionalität und das Risiko des Formalismus
    • 3. Erosion des prinzipienbasierten Regulierungsansatzes und damit verbundene Risiken
  • V. Schlussbemerkungen
*
*)
PD Dr. iur., M.Sc. (Oxford), Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Derzeit Professurvertreter an der Universität Heidelberg. Der Beitrag basiert auf dem Habilitationsvortrag des Verfassers am 5. 2. 2025 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

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