ZBB 2010, 62

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0936-2800 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2010 Rechtsprechung V. Oberlandesgerichte HGB §§ 289, 315; WpHG §§ 37n, 37p, 37t, 37u; WpÜG § 50Enforcementverfahren: Notwendigkeit eines Prognoseberichts im Lagebericht auch in der Wirtschaftskrise HGB§ 289 HGB§ 315 WpHG§ 37n WpHG§ 37p WpHG§ 37t WpHG§ 37u WpÜG§ 50 OLG Frankfurt/M., Beschl. v. 24.11.2009 – WpÜG 11/09, 12/09 (rechtskräftig), ZIP 2009, 2440OLG Frankfurt/M.Beschl.24.11.2009WpÜG 11/09, 12/09rechtskräftigZIP 2009, 2440

Leitsätze:

1. Die Rechnungslegung eines kapitalmarktorientierten Unternehmens, die im Konzernlagebericht und im Lagebericht vollständig auf einen Prognosebericht verzichtet, weist einen wesentlichen und somit im Enforcementverfahren zu beanstandenden Fehler auf.
2. Auch die sich aus der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise ergebenden Unsicherheiten für die Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung können es nicht rechtfertigen, vollständig auf die Prognoseberichterstattung zu verzichten, die nach § 289 Abs. 1 Satz 4 und § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zu den zwingend vorgeschriebenen Mindestbestandteilen des (Konzern-)Lageberichts gehört.
3. Der Veröffentlichung eines solchen Fehlers kommt für das Enforcementverfahren eine besondere generalpräventive Bedeutung zu, der gegenüber das Interesse des Unternehmens an der Vermeidung von wirtschaftlichen Nachteilen durch die Schädigung seiner Reputation und die Ausnutzung durch Minderheitsaktionäre zurückzutreten hat.

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